Für acht Schüler der Elektrotechnik und Holzverarbeitung, die an der Austauschfahrt nach Orléans/Frankreich teilnahmen, hieß es für drei Wochen „Bonjour Orléans“.
Berufsbildende Schulen „Otto von Guericke“ Magdeburg
Schüleraustausch nach Orléans
Für acht Schüler der Elektrotechnik und Holzverarbeitung, die an der Austauschfahrt nach Orléans/Frankreich teilnahmen, hieß es für drei Wochen „Bonjour Orléans“ mit einem einwöchigen Sprachkurs und einem zweiwöchigen Betriebspraktikum. Natürlich dürfen bei einem solchen Austausch neben der Arbeit auch die Ausflüge, um Land und Leute kennenzulernen, nicht zu kurz kommen, von denen im Folgenden Herr Sroka als begleitende Lehrkraft sowie die einzelnen Schüler kurz berichten möchten.
Herr Sroka:
In der vergangenen Woche hatte ich die Gelegenheit, als begleitender Lehrer mit acht Schülern aus Magdeburg an einem Schüleraustausch in Orléans teilzunehmen. Die Gruppe setzte sich aus sechs angehenden Elektronikern und zwei Tischlern zusammen. Unterstützt wurden wir von einer Sprachlehrerin und einem Übersetzer, was die Kommunikation und das gegenseitige Verständnis erheblich erleichterte.
Die Anreise am Sonntag war für alle Beteiligten eine Herausforderung, da wir insgesamt 14 Stunden unterwegs waren. Die Reise erfolgte größtenteils mit dem Zug, und auf den letzten Kilometern wurden wir von unseren französischen Kollegen herzlich in Empfang genommen und zur Jugendherberge gebracht.
Der Montag begann mit einem sehr freundlichen und offenen Empfang in der Partnerschule. Die französischen Gastgeber begrüßten uns mit Croissants und Kaffee, was für eine angenehme und entspannte Atmosphäre sorgte. Im Anschluss erhielten wir eine ausführliche Führung durch die schuleigene Werkstatt.
Besonders beeindruckend war, wie engagiert die französischen Schülerinnen und Schüler ihre Arbeitsplätze und Projekte präsentierten. Dank unseres Übersetzers konnten auch sprachliche Barrieren schnell überwunden werden.
Wichtiger Bestandteile des Austauschs waren das Kennenlernen der Tandempartner und der tägliche Sprachkurs. Die Schüler arbeiteten intensiv an der Aussprache, lernten die Namen der Teilnehmer, beschäftigten sich mit Zahlen, einfachen Sätzen und dem Vokabular rund um Werkzeuge. Besonders positiv fiel mir auf, wie motiviert und offen die Jugendlichen aufeinander zugingen und sich gegenseitig unterstützten. Auch das französische Bildungssystem wurde uns von der Schulleitung anschaulich erklärt, was für viele neue Einblicke sorgte.
Neben dem fachlichen und sprachlichen Austausch stand auch ein abwechslungsreiches Kulturprogramm auf dem Plan. Wir besuchten das Museum für moderne Kunst, die beeindruckende Kathedrale von Orléans mit ihrer Verbindung zur Geschichte von Jeanne d’Arc, das UNESCO-Weltkulturerbe Schloss Chambord sowie den stimmungsvollen Weihnachtsmarkt. Diese Ausflüge boten den Schülern nicht nur die Möglichkeit, die französische Kultur und Geschichte kennenzulernen, sondern stärkten auch den Zusammenhalt innerhalb der Gruppe.
Insgesamt waren die Wochen in Orléans für alle Beteiligten eine sehr bereichernde Erfahrung. Die Schülerinnen und Schüler konnten nicht nur ihre sprachlichen und fachlichen Kompetenzen erweitern, sondern auch wertvolle interkulturelle Erfahrungen sammeln. Besonders hervorheben möchte ich die herzliche Aufnahme durch die französischen Kolleginnen und Kollegen und die hervorragende Organisation vor Ort. Für mich als Lehrkraft war es sehr erfreulich zu sehen, wie engagiert und interessiert die Jugendlichen an diesem Austausch teilgenommen haben. Ich bin überzeugt, dass diese Wochen einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen und zur persönlichen und beruflichen Entwicklung der Schüler beigetragen hat.
In den kommenden zwei Wochen absolvierten die Auszubildenden ihre Praktika. Darunter waren sowohl Betriebe, die sehr viel Montagearbeiten ausüben, als auch Firmen, die vor Ort in einer eigenen Werkstatt ihre Aufträge bearbeiten. Die Auszubildenden wurden also durchaus mit neuen Aufgabenbereichen und Arbeitsstätten konfrontiert, sodass sie sich in der neuen Umgebung zunächst einarbeiten mussten. Dies fiel ihnen nicht besonders schwer, da sie gleichzeitig einen Auszubildenden des Betriebes zur Seite gestellt bekamen, mit dem sie auf Englisch, Französisch oder mit Händen und Füßen kommunizierten. Es fand sich immer ein Weg, in Kontakt zu kommen.
Am Wochenende fand der Ausflug nach Paris statt und es gab Gelegenheiten, Orléans auch auf eigene Faust zu entdecken. Diese und weitere Eindrücke fassen die Auszubildenden wie folgt zusammen:
Wolf Stock:
Mir persönlich hat am Austausch die besonders ausgewogene Verteilung von Arbeit und Freizeit sehr gefallen. Beispielsweise hat der Besuch der Stadt Paris gezeigt, dass es nicht nur um die Arbeit geht, sondern um das Land und die Kultur selbst. Sowohl in den Schulwochen als auch während der Arbeitszeit war es möglich, sich die lokalen Gegebenheiten zu erschließen und den Kontakt zu den Menschen in Orléans zu suchen. Dadurch hat man zweierlei Kontakt mit den Franzosen; zum einen in der Schule mit den zugeordneten Tandempartnern, andererseits aber auch in Eigenregie in der Freizeit. Nichts lässt einen so tief in eine andere Kultur eintauchen wie der Dialog und das Verbringen gemeinsamer Zeit mit den Stadtbewohnern. Schon allein für diese Erfahrung hat sich die Reise aus meiner Sicht gelohnt.
Emil Sacher:
Der Austausch war eine super Erfahrung und in vielerlei Hinsicht lehrreich. Nicht nur um einen anderen Betrieb und die Arbeitsweisen eines anderen Landes kennenzulernen, sondern auch um Sozialkompetenzen zu stärken. Denn Arbeit und Freizeit waren sehr ausgewogen, und so haben wir uns viel in dem schicken Städtchen aufgehalten. An wunderschönen Fachwerkhäusern und beeindruckenden Sakralbauten mangelt es auf jeden Fall nicht in Orléans. Auch der Besuch in Paris und die Schlossbesichtigung in Blois waren ein schöner Tagesausflug. Trotz geringer Französischkenntnisse war es kein Problem, nette Leute kennenzulernen und mit ihnen auch das Abendleben Orleans zu erkunden. Ebenso bei der Arbeit, wo wir oft nur Hand und Fuß nutzten, um uns zu verständigen. Insgesamt lief alles rund und am Ende des Praktikums war die Zwischendecke vollendet und der Chef mehr als zufrieden.
Ben Sonti Müller und Omar Lazim:
Im Rahmen des Austauschprogramms hatten wir die Möglichkeit, für einige Zeit in Frankreich zu arbeiten und zu leben. Dabei konnten wir wertvolle berufliche und persönliche Erfahrungen sammeln, die für uns sehr wichtig sind, denn wir haben Vieles über unseren Beruf und über das Leben in einem anderen Land gelernt.
Während unseres Aufenthalts waren wir als Elektriker in einem französischen Unternehmen tätig und führten verschiedene elektrotechnische Arbeiten aus, unter anderem das Wechseln und Prüfen von Bauteilen, aber auch das Austauschen, Einbauen und Prüfen von
Steckdosen und Schaltern. Durch diese praktischen Aufgaben konnten wir unser Fachwissen anwenden und neue Arbeitsweisen kennenlernen. Auch die französische Kultur, wie die Kathedrale in Orléans und das Schloss Chambord sowie Paris, hinterließen einen bleibenden Eindruck.
Nico Leitel:
Die Teilnahme am ProTandem-Programm war insgesamt eine sehr bereichernde Erfahrung. Ich konnte meine beruflichen Fähigkeiten erweitern, meine Sprachkenntnisse verbessern und wichtige Einblicke in den französischen Arbeitsalltag gewinnen. Diese Erfahrungen werden mich sowohl fachlich als auch persönlich nachhaltig prägen.
Elias Hoffmann:
In der ersten Woche fanden wir es sehr gut, dass man erstmal ankommen konnte und Orléans kennenlernen durfte. In den letzten zwei Wochen haben wir in Betrieben gearbeitet. Dort konnten wir sehen, wie die Arbeit in Frankreich abläuft und wie vieles ein bisschen anders ist als in Deutschland. Wir wurden gut aufgenommen und konnten auch unsere Französischkenntnisse ein bisschen verbessern.





